Leidenschaftlicher Küchenleiter mit berühmtem Namen
04.09.2025
04.09.2025
Wer sich für Seefahrgeschichte begeistert und den Namen Wüllerstorff-Urbair hört, denkt unweigerlich an weite Ozeane, Kommandobrücken und die legendäre Fregatte Novara, die Mitte des 19. Jahrhunderts als österreichisches Forschungsschiff Geschichte schrieb. An Board damals: Bernhard von Wüllerstorff-Urbair, Marineoffizier und Entdecker – der Ur-Ur-Großvater von Alexander Wüllerstorff-Urbair, heute Küchenleiter im PBZ Wilhelmsburg.
Er lenkt dort keine Schiffe über die Weltmeere, sondern eine Küche – mit ähnlich viel Leidenschaft und Zielstrebigkeit. Seit März 2024 ist der gebürtige Salzburger Küchenleiter – eine Chance, auf die er lange gewartet hatte. „Ich bin wirklich sehr dankbar, dass ich diese Stelle ergattern konnte und damit diese Chance bekommen habe“, sagt der 52-Jährige. Seinen berühmten Ahnen trägt er nicht vor sich her. „Es passiert schon manchmal, dass Leute mich darauf ansprechen, wenn sie den Namen erkennen – aber das hält sich in Grenzen“, erzählt er. „Ich selbst bin einfach nur Koch.“
Sein Weg in die Gastronomie begann mit einer Lehre im legendären Restaurant Riedenburg – „damals der erste Zwei-Hauben-Betrieb, das war unglaublich prägend“, schwärmt er. Dort habe er Kochen als echtes Handwerk erlernt, mit viel Leidenschaft und Ernsthaftigkeit. „Das hat riesigen Spaß gemacht.“ Es folgten Stationen in Amerika und Israel, aber auch in Liechtenstein oder in Wien, bevor er sich selbstständig machte und später einen Platz in der Gemeinschaftsverpflegung gefunden hat. „Kulinarik ist einfach unendlich. Man kann ein Leben lang dazulernen“, erzählt er. Er selbst hat nicht nur über Land die Welt erkundet, sondern auch auf Schiffen gekocht. Ein kleines Echo des familiären Marine-Erbes.
Seit 17 Jahren lebt Alexander Wüllerstorff-Urbair in Eichgraben. PBZ Wilhelmsburg weiß er als seine berufliche Heimat sehr zu schätzen. „Die Kolleginnen und Kollegen hier im Haus sind großartig. Wir haben ein starkes Team. Und was die NÖ LGA als Dienstgeber auszeichnet, sind die Möglichkeiten: Die Weiterbildung, der Zusammenhalt zwischen den Küchenleiterinnen und -leitern im ganzen Verbund – das ist wirklich eine tolle Sache. Da kann man sich austauschen, gegenseitig unterstützen. Und das merkt man auch allerorts – es geht uns hier als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einfach gut.“
Auf die Frage, was er sich von seinem berühmten Vorfahren mitgenommen habe, meint Alexander Wüllerstorff-Urbair: „Wenn man etwas gerne macht, dann ist alles gut“, sagt er, „und eine gewisse Sturheit – das Ziel immer im Auge behalten.“ Fotos und Erinnerungsstücke besitzt er selbst keine mehr. „Alles, was wir noch hatten, ist beim Hochwasser in Salzburg verloren gegangen - da ging es sozusagen vom Wasser wieder zurück ins Wasser.“ Wer dennoch Spuren der Geschichte sucht, wird aber fündig: im Naturhistorischen Museum in Wien, in der Schallerburg oder im Kellereimuseum Schlumberger. Hier lebt die Geschichte der Novara-Expedition weiter. Im PBZ Wilhelmsburg fühlt sich Alexander Wüllerstorff-Urbair angekommen. Nicht auf einer Brücke, sondern am Herd. Und wer ihm zuhört, spürt: Der Kurs stimmt.