Ein Maurer aus Leidenschaft

07.07.2025

Wr. Neustadt

Ein Maurer aus Leidenschaft

Weisz

Würden Sie unseren geschätzten Herrn Weisz fragen wofür sein Herz schlägt, so würde er Ihnen darauf antworten: “Für meine Urenkel, Enkel, meine beiden Söhne und das Bauen und Basteln!”. Kein Wunder, denn wenn Herr Weisz eines ist, dann ein Maurer mit Leib und Seele!

Geboren wurde Herr Stefan Weisz im August 1936 in Rohrbach, einer kleinen Gemeinde bei Mattersburg im Burgenland. Er hatte vier Geschwister, zwei Schwestern und einen Bruder. “Meine Schwestern sind in die Schweiz gezogen, meinen Bruder hätte es fast nach Australien verschlagen und ich habe immer mit einem Auge nach Südtirol geschielt!”

Doch sein Lebensweg sollte ein anderer sein, denn mit 15 Jahren begann er eine Lehre zum Maurer und diesen Beruf sollte er mit großer Leidenschaft bis zu seiner Pension und weit darüber hinaus ausüben. Auch sollte er Südtirol nie sein Zuhause nennen, sondern einen kleinen Ort Namens Buchbach. Der Grund dafür hörte auf den schönen Namen Aloisia.

Für seine Enkel sorgte der Name ihrer Großmutter immer für Verwunderung, denn allseits war sie eigentlich als Ulli bekannt. Was es genau mit diesem Spitznamen auf sich hatte, haben die Enkelkinder nie herausgefunden, doch er sorgt auch heute noch bei Erzählungen für Verwirrung.

Kennengelernt hatte Herr Weisz seine Ulli bei einer Spritztour mit dem Motorrad. “Eines Tages, als ich mit meinem Motorrad die Gegend unsicher machte, standen da am Wegesrand zwei junge Mädchen mit einem kaputten Auto. Ich half ihnen es wieder zum Laufen zu bringen und mit der einen, meiner Ulli, traf ich mich danach öfter und wir verliebten uns!”

Bei einem ihrer vielen Spaziergänge begann sie dann zu weinen. Als Herr Weisz sie dann fragte, was denn los sei, gestand sie, dass sie schwanger wäre. “Perfekt!”, antwortete er, “ dann können wir auch gleich heiraten!".

Gesagt, getan und kurz darauf kam ihr erster gemeinsamer Sohn, Stefan jun., zur Welt. Ein paar Jahre später folgte Sohn Andreas und ihre Familie war komplett.

Herr Weisz größtes Bedürfnis war es immer sich und seiner Familie etwas im Leben bieten zu können und so arbeitete er fleißig und überall in Österreich, das nahm zum Teil so groteske Züge an, dass seine Enkelkinder auch heute noch mit einem Lächeln erzählen: “Ganz egal wo wir waren. Sei es in Metropolen, oder irgendwo im Nirgendwo, Opa hatte immer eine Geschichte über abenteuerliche Bauarbeiten, in der Gegend auf Lager!”

Doch so glücklich sein Leben im Großen und Ganzen auch war, es gab auch schwere Schicksalsschläge. So verstarb 2003 einer seiner Enkelsöhne im Alter von 16 Jahren an den Folgen eines schweren Autounfalls. Nicht ganz ein Jahr danach musste er auch Abschied von seiner Ulli nehmen. Sie hatte sich mit dem Verlust besonders schwer getan und eines Abends starb sie unerwartet im Alter von 63 Jahren aufgrund einer akuten Lungenembolie.

“Beide haben ihre Ruhestätte auf dem Friedhof in Pottschach gefunden, und weißt du, selbst nach all den Jahren rede ich mit ihnen, wenn ich vorbei fahre.”

Selbst in den Jahren der Pension, hat Herr Weisz seiner Leidenschaft für das Maurern nicht verloren. So baute er für diverse Familienmitglieder wunderschöne Häuser, half auch bei Freunden gerne aus, oder gestaltete seinen riesengroßen Garten, welcher mit seinen Statuen und Gebilden über die Jahre immer mehr an das antike Griechenland erinnerte.

Als er dann nicht mehr so fit war, verlegte er sein Hobby in einen kleineren Maßstab und mauerte so manche Villen in Miniaturformat.

Herr Weisz ist nun bereits ein paar Monate bei uns und er fühlt sich sehr wohl: “Ich habe mich Anfangs gewehrt doch nun bin ich froh, dass ich da bin!" Ich mag das Team auf meinem Wohnbereich und möchte nirgendwo anders mehr hin!”

Gibt es ein schöneres Lob? Vielen Dank!
 

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